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Marktsicht: Über 5% Vermögenssteuer auf Geldvermögen

AktuellInvestment
13.12.2021

Aus dem Pfadfinder-Brief Nr. 23 vom 11. Dezember 2021, von Daniel Haase

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

nach Auskunft der Bundesbank verfügen die Deutschen über mehr als 2.850 Mrd. Euro allein in bar und kurzfristig verfügbaren Bankguthaben. Beim Tempo der aktuellen Inflation schrumpft die Kaufkraft allein dieser liquiden Vermögensmasse um rund 5.000 Euro – pro Sekunde – bzw. 165 Mrd. Euro pro Jahr. Aber keine Sorge, die Kaufkraft ist nicht weg. Sie wandert nur von jenen, die sie sich möglicherweise über viele Jahre hinweg hart erarbeitet und erspart haben zur Regierung, die sie via Druckerpresse finanzierter Neuverschuldung nach eigenem Gutdünken zügig neu verteilt. Hält das aktuelle Inflationstempo an, dann verlieren Geldvermögen bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts rund 40% ihrer aktuellen Kaufkraft. Wer sich dieser kalten Enteignung entziehen möchte, wird um eine weitreichende Umschichtung seines Geldvermögens in Sachanlagen kaum herumkommen. Falls Sie diese Frage betrifft, dann nutzen Sie doch die Adventszeit und die Tage zwischen den Jahren, um darüber einmal ganz in Ruhe nachzudenken. Wenn ich mit meiner Einschätzung richtig liege, dann dürfte sich diese Entwicklung in der laufenden Dekade beschleunigen und eine stark treibende Kraft für im Trend weiter steigende Aktienkurse sein.

 

Abb. 1: Zeigt die Entwicklung der offiziellen deutschen Inflationrate sowie der 3-Monatszinsen. Bis zur Finanzkrise 2008/09 lagen die Zinsen stets über der Inflation, seither stets darunter. Quellen: Tai-Pan (Lenz + Partner) – Stand: Dezember 2021 – Graphik: HAC

 

Mehr Inflation könnte auch mit mehr Volatilität an den Märkten einher gehen, insbesondere da die Notenbanken sicherlich hin und wieder den Anschein erwecken wollen, sie würden via Zinserhöhungen und Liquiditätsverknappungen schon bald hart gegen die unerfreulich hohen Preise durchgreifen. Nachdem unser Pfadfinder-System 2021 wenig zu tun bekam, könnte sich das in den kommenden Jahren wieder ändern. Aktuell halten uns vornehmlich unsere kurzfristigen, antizyklischen Komponenten im Markt, da sie der laufenden Kurserholung aktuell ganz gute Chancen zubilligen (Stichwort: Jahresendrally?).

Abb. 2 Seit geraumer Zeit bleiben Nebenwerte-Indizes hinter der Performance der führenden Marktindizes zurück. Unsere Marktstrukturdaten offenbaren, dass die Quote mittelfristiger Aufwärtstrends bei Mid- und Small-Caps international hinter jener für große Aktien zurück fällt – und zwar deutlich. Das geringere Interesse an Aktien aus der zweiten und dritten Reihe ist ein Warnsignal, dass sich die Bereitschaft, Risiken einzugehen, möglicherweise generell auf dem Rückzug befindet.
Quellen: eigene Berechnungen – Stand: 11.12.2021

 

Unsere mittelfristigen, trendfolgenden Systemkomponenten hingegen (s. Abb. 2) haben sich in den zurückliegenden Monaten sukzessive abgekühlt. Dies gilt nicht nur aber insbesondere für mittelgroße und kleine Aktien, wo bereits über die Hälfte aller Titel ihre Aufwärtstrends beendet haben. Wir treten damit ein eine Marktphase ein, in der viele Anleger keinen allzu festen Überzeugungen mehr anhängen und auf neue Nachrichten zuweilen deutlich sensibler reagieren als in starken Trendphasen. Die Zukunft bleibt damit auch 2022 spannend.

Für das uns bei HAC im zurückliegenden Jahr entgegengebrachte Vertrauen danke ich – auch im Namen meiner HAC-Kollegen – allen Mandanten und Lesern des Pfadfinder-Briefes sehr herzlich. Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch in ein gesundes, zu guter Letzt hoffentlich auch wieder deutlich fröhlicheres, freieres und an der Börse gemeinsam erfolgreiches neues Jahr 2022.

Herzliche Grüße
Ihr Daniel Haase

 

PS: Der nächste Pfadfinder-Brief ist für Samstag, den 15. Januar 2022 geplant.

 

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