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Marktsicht: Ein paar Lichter am Ende des Tunnels

AktuellInvestment
02.12.2022

Aus dem Pfadfinder-Brief Nr. 16 vom 04. November 2022, von Daniel Haase

 

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

stellen Sie sich vor, Sie wären Aktienfondsmanager und müssten zu jederzeit nahezu vollständig in Aktien investiert sein. Nehmen wir weiter an, Sie erwarten fürs kommende Jahr global eine scharfe Rezession. Eine einfache Reaktionsmöglichkeit bestände darin, verstärkt auf defensive Aktien von konjunkturresistenten Basiskonsumgüterproduzenten oder Versorgern zu setzen und im Gegenzug Aktien von konjunkturell stark exponierten Unternehmen wie z.B. Industriegüterproduzenten zu reduzieren. Was sagt es denn nun aber aus, wenn im S&P Global 1200 Index im laufenden 2. Halbjahr ausgerechnet der Industrieaktiensektor mit +3% nach Energie (+17%) auf dem zweitbesten Platz landet und defensive Sektoren wie Gesundheit (-1%), Basiskonsum (-4%) und Versorger (-7%) deutlich schlechter abschneiden? Meine erste Vermutung lautet: Das Szenario einer scharfen, globalen Rezession verliert zunehmend an Wahrscheinlichkeit und an ihre Stelle tritt ein Szenario, welches der renommierte Schweizer Analyst Alfons Cortés mit „Umbruch und Aufbruch statt Abbruch“ und der Schottische Investmentstratege Russell Napier mit „Wir stehen vor einem Boom in den Kapitalinvestitionen“ umschreibt.

 

 

Der Treiber hinter dem von Napier beschriebenen Boom bei den Kapitalinvestitionen ist nicht die „unsichtbare Hand“ des freien Marktes, sondern die ziemlich sichtbare Faust des Staates. Es sind politische Entwicklungen, die gewaltige Investitionen erfordern: Die Politik treibt die Weltwirtschaft in Richtung Rückabwicklung der Globalisierung. Die Unternehmen folgen. Es sind Regierungen, welche gigantische Investitionen in die Neuordnung der Energieversorgung verlangen. Unternehmen folgen. Es sind Regierungen, die im Zuge des neuen, kalten Krieges bis vor kurzem kaum vorstellbare Summen für militärische Aufrüstung ausgeben usw. usf.

Trotz dieser gewaltigen Ausgaben zeichnet sich – zumindest bisher – keine Diskussion über Steuererhöhungen ab. Die Finanzierung wird über „Sondervermögen“ (altdeutsch: mehr Schulden) sichergestellt. Die sich abzeichnenden Entwicklung haben sowohl in ihrer Auswirkung auf die Produktivität als auch in ihrer Finanzierung eines gemein: Sie wirken massiv inflationär. Zum Glück gibt es Inflationsgewinner und die Börse ist dabei, herauszufinden, um wen es sich dabei handelt. Gleichzeitig gibt es unter den Kapitalanlagen natürlich auch strukturelle Inflationsverlierer und die gilt es zu meiden.

Wir müssen in der Historie zumindest bis in die Inflationsperiode vom Ende der 1960er bis Anfang der 1980er Jahre zurückgehen, um einen Zeitraum zu finden, der einige Parallelen zum aktuellen Umfeld aufweist und ein paar wichtige Lektionen für heutige Investoren bietet. In den USA kletterten die Verbraucherpreise damals ungefähr um 7-8% pro Jahr, in Deutschland um rund 5% und in Italien um 11-12%.

Das mag sich nicht allzu schlimm anhören, doch damit eine Kapitalanlage die Kaufkraft in diesem 13jährigen Zeitraum aus Abb. 1 erhalten konnte, musste sie nominal von 100 auf 265 Dollar steigen. 100 US-Dollar im S&P 500 schafften es inklusive aller Dividenden nur auf 191 Dollar. Nominal ein Gewinn von 91%, doch in realer Kaufkraft ein Verlust von 28%. Besser schnitten jene Anleger ab, die auf die Gewinner der jüngeren Vergangenheit setzten (Momentum). Fundamental preiswerte Aktien boten damals die höchsten Erträge und mithin den besten Schutz vor der Inflation. Dies galt zwar nicht für jedes Kalenderjahr, auch günstige Aktien brachen bspw. während der Ölkrise 1973/74 ein, doch sie erholten sich wesentlich schneller als teure.

 

 

Wie sieht es heute aus? Die 100 nach KGV teuersten Aktien im S&P 500 weisen aktuell ein Median-KGV von fast 40 auf, die 100 günstigsten eines von nur 9 (s. Abb. 2). Vor einem Jahr betrug das KGV im Aktienportfolio unseres HAC Quant STIFTUNGSFONDS noch 16, inzwischen liegt es bei günstigen 10. Die Kriterien unserer regelbasierten Aktienauswahl haben uns in den zurückliegenden Monaten sukzessive zu einem Portfolio geführt, welches – nicht in jedem Quartal, wohl aber über den gesamten Inflationszyklus – überdurchschnittliche Chancen aufweisen sollte.

Herzlichen Grüße
Ihr Daniel Haase

PS: Der nächste Pfadfinder-Brief ist für den 2. Dezember2022 geplant.

PPS: Unser HAC Quant STIFTUNGSFONDS wurde in Frankfurt mit dem Boutiquen-Award 2022 ausgezeichnet. In der siebenköpfigen Jury u.a. Sascha Hinkel (Leiter Fondsresearch Deka) und Dr. Hendrik Leber (ACATIS). Nahezu zeitgleich nahm die Zeitschrift „DAS INVESTMENT“ in ihrer Oktober-Ausgabe den HAC Quant STIFTUNGSFONDS in die Top 5 von 313 globalen, flexiblen Mischfonds auf.

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