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Marktsicht: Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben

AktuellInvestment
27.10.2021

Aus dem Pfadfinder-Brief Nr. 20 vom 24. Oktober 2021, von Daniel Haase

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

am Dienstag dieser Woche veröffentliche die Federal Reserve Bank von Atlanta, eine der zwölf regionalen Banken, die gemeinsam das US-Zentralbanksystem bilden, ihre jüngsten Prognosen zum US-Wirtschaftswachstum im gerade abgelaufenen 3. Quartal. Sie senkte ihre ohnehin niedrigen Erwartungen von +1,2% auf nur noch +0,5%. Damit ist sie signifikant pessimistischer als die großen US-Investmentbanken, die in ihren Veröffentlichungen im Mittel noch von knapp unter +4% ausgehen. Ohnehin mehren sich in jüngster Zeit die negativen Überraschungen bei volkswirtschaftlichen Daten sowohl beim Wachstum (weniger als vom Konsens erwartet) als auch bei der Inflation (hartnäckig höher als vom Konsens erwartet). Warum auch nicht? Was dürfte die überwiegende Reaktion von Verbrauchern auf die stark steigenden Preisen sein? Wie reagieren Sie selbst und Ihr persönliches Umfeld? Mit mehr oder mit weniger Konsum? Selbstverständlich stellt sich eine solche Frage nur für jene Minderheit von Verbrauchern, die über mobilisierbare Kaufkraftreserven verfügt.

 

Abb. 1: zeigt die Schätzungen für das US-Wirtschaftswachstum im 3. Quartal 2021 im Zeitverlauf zwischen Ende Juni bis Mitte Oktober.  Einerseits den Konsens der großen US-Investmentbanken (Bandbreite in blau markiert die 10 höchsten bis 10 niedrigsten Schätzungen sowie den Mittelwert als Konsens-Schätzung) sowie in Grün die Schätzungen des GDPNow-Modell der Atlanta Fed.
Quellen: zerohedge.com – Artikel vom 19. Oktober 2021

 

Das vor zwei Wochen hier für die kommenden Jahre erneut avisierte Stagflations-Szenario gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Weltweit fangen die Rentenmärkte an, höhere Inflationsrisiken einzupreisen. Obwohl die Notenbanken weiterhin Tag für Tag mit unfassbar hohen, aus dem Nichts geschaffenen Geldbeträgen Staatsanleihen aufkaufen, geben die Kurse dieser Titel nach (Renditen steigen). Die Kurse weitgehend unverzinster 10jähriger Staatsanleihen aus Deutschland und der Schweiz gaben in diesem Jahr um rund 4-5% nach, jene aus Amerika und Großbritannien fielen sogar um 6-9%.

Wie werden sich die Kurse dieser Anleihen erst entwickeln, wenn die Notenbanken angesichts hartnäckig hoher Inflationsraten zumindest die Volumina ihrer Anleihekaufprogramme drosseln? Das Einpreisen höherer Inflationsraten wird nicht nur Staats- und Unternehmensanleihen unter Druck setzen. Ein erheblicher Teil der vom Rentenmarkt abfließenden Mittel dürften am Aktienmarkt landen, allerdings werden wohl kaum alle Titel profitieren. Auch bei Aktien wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Die Spreu, das sind für uns Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Ihnen wird es zunehmend schwerer fallen, ihre ohnehin nicht allzu üppigen Margen angesichts steigender Kosten (inkl. Lohndrucks) halbwegs stabil zu halten.
Wenn dann noch eine hohe Verschuldung auf der Bilanz lastet, dürfte es bei höheren Zinsen zumindest für einige recht eng werden. Zum Weizen gehören sicherlich auch weiterhin jene Qualitätsunternehmen, die unverzichtbare und kaum substituierbare Güter und Dienstleistungen anbieten. Diesen wird es auch zukünftig relativ leichtfallen, ihre Margen zu halten und sowohl im Umsatz als auch im Gewinn zu wachsen.

Die konsequent regelbasierte Aktienauswahl z.B. im Marathon Stiftungsfonds ist unsere Antwort auf die Frage, wie die Spreu vom Weizen getrennt werden kann. Obwohl wir eine viel höhere (Brutto-) Aktienquote als die meisten weltweit flexibel anlegenden Mischfonds aufweisen, können wir uns in Bezug auf das Risiko von Kursrücksetzern (engl. Drawdowns) selbst mit sehr defensiven Mitbewerbern problemlos messen (s. Abb.2).

 

Abb. 2 Für die Darstellung wurden die maximalen Kursrücksetzer (Drawdowns) von 981 weltweit flexibel anlegenden Mischfonds (seit Auflage Marathon Stiftungsfonds am 30.12.2015) in Dezile eingeteilt: 1. Dezil umfasst die 98 Fonds mit den kleinsten Rücksetzern, das 10. Dezil jene 98 Fonds mit den höchsten Rücksetzern. Für jedes Dezil wurde der statistische Zentralwert (Median) in Bezug auf den maximalen Rücksetzer (X-Achse) sowie die seit 30.12.2015 erzielte Performance (Y-Achse) abgebildet. Zusätzlich wurden die Werte für den Marathon Stiftungsfonds abgetragen, um den Vorteil im Vergleich zur Fondsvergleichsgruppe sichtbar zu machen: Mehr Rendite (als jedes Dezil) bei weniger Risiko (als neun von zehn Dezilen)! Quellen: fondsweb.de, eigene Berechnungen – Stand: 20.10.2021

 

Herzliche Grüße
Ihr Daniel Haase

PS: Der nächste Pfadfinder-Brief ist für Samstag, den 13. November 2021, geplant.

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