HAC Marathon Trendfolger 04/2017

Bewertung der Emerging Markets liegt hinter Potential zurück

In meinem Vortrag auf der HAC Investmentkonferenz im März im Hotel Hafen Hamburg habe ich Charts verschiedener Marathon-Unternehmen aus den Emerging Markets in Verbindung mit ihren Unternehmensgewinnen gezeigt. Obwohl die Gewinne dieser Marathon-Unternehmen kontinuierlich stiegen, gaben die Aktienkurse in manchem Jahr signifikant nach. Langfristig wird die Kursentwicklung durch die Entwicklung der Unternehmensgewinne determiniert, doch was heißt schon langfristig? Bisher werden die Kurse in den Emerging Markets wohl eher von Kapitalzu- bzw. -abflüssen aus dem Ausland getrieben. In Abb. 1 ist schön zu erkennen, dass internationale Aktienfonds ihre Quote von EM-Aktien in den zurückliegenden sechs Jahren mehr als halbiert haben. Dieser Kapitalabzug dürfte wesentlich zur schlechten, relativen Performance der EM beigetragen haben. Von einer Übertreibung, die den US-Märkten immer wieder unterstellt wird, ist in den Schwellenländern nichts zu sehen. Solange die EM-Aktien schlechter abschnitten als westliche Aktien, solange gab es keinen Handlungsdruck für die Manager von globalen Aktienfonds. Doch vor einem Jahr hat der Wind gedreht. Wenn sich die Fondsmanager dereinst gezwungen sehen sollten, ihre EM-Aktienquote wieder auf das Indexniveau (rote Linie) zu heben, dann dürfte dies in einem zusätzlichen, positiven Impuls für viele Schwellenländer-Börsen enden.

 

Herzliche Grüße aus Hamburg

Daniel Haase

 

PS: Wie man eine Strategie mit Marathon-Titeln für die Emerging Markets aufbauen kann, zeigt diese Webinar-Aufzeichnung:

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