Geliebter Feind!

Warum das Sicherheitsdenken Vermögen vernichtet.

Hinweis! Lesen Sie zum Verständnis dieses Themas bitte erst den Unterpunkt "Vermögensvernichter Nr.1!"


Keine höheren Zinsen in Sicht!

Wie Sie im nachfolgenden Thema "Schuldenfiasko!" noch sehen werden, haben die heutigen Industrienationen (inkl. Deutschland) nahezu keine Möglichkeit mehr, ihrer Schulden- problematik Herr zu werden. Vor allem können sie es sich nicht leisten, dass die Zinsen, die sie für Ihre Schulden zu entrichten haben, in den nächsten Jahren wieder steigen. Schon jetzt nehmen die Zinszahlungen in den einzelnen Haushalten die zweit- oder drittgrößte Position bei den Ausgaben ein! Nicht umsonst sind die Zinsen seit Anfang der 90er Jahre kontinuierlich im selben Maß gesunken, wie die Schulden gestiegen sind. Auf der nachfolgenden Grafik sehen Sie dies sehr anschaulich an der Renditenentwicklung der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe mit einer Verzinsung von neun Prozent Anfang der 90er Jahre bis heute mit einem Zins von knapp über einem (!) Prozent:

Da aber auch die allgemeinen Marktzinsen über die Zinspolitik der Notenbanken massiv beeinflusst werden, müssen Anleger die Hoffnung begraben, dass sie auf Ihrem Sparbuch/Tages- oder Festgeldkonto in den nächsten Jahren wieder höhere Zinsen sehen werden. Und damit führt jeder Euro, den Sie über Ihren "Notgroschen" (in der Regel drei Monatsgehälter) hinaus in diese Anlagen investieren, unweigerlich in einen garantierten Vermögensverlust, wie Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen können:

Zinssatz 0,50% 1% 1,50% 0,50% 1% 1,50%
Steuern (26,4 %)* 0,10% 0,25% 0,40% 0,10% 0,25% 0,40%
Inflationsrate 3% 3% 3% 5% 5% 5%
Vermögensverlust 2,6 % p.a. 2,25 % p.a. 1,9 % p.a. 4,6 % p.a. 4,25 % p.a. 3,9 % p.a.
in 10 Jahren: 23,20% 20,40% 17,50% 37,60% 35,20% 32,80%

* Abgeltungssteuer incl. Soli, gerundet

Vermögensfallen bei Tagesgeld & Co.

Mitte 2014 lag der durchschnittliche Tagesgeldsatz in Deutschland bei unter 0,5 % pro Jahr. Trotzdem lassen sich viele Anleger blenden, indem sie die nachfolgenden Problemfelder übersehen oder zu leicht nehmen: 

  • Lockangebote: Viele Banken offerieren auch derzeit noch Tagesgeldzinssätze von einem bis zwei Prozent. Was die Anleger dabei nicht beachten, ist a) dass die Zinssätze in der Regel nur für drei bis 12 Monate garantiert sind und danach auf den allgemeinen Zinssatz (siehe oben) zurückfallen! Die Banken rechnen - zurecht - damit, dass die Anleger zu träge sind, alle paar Monate ihre Bank und ihre Konten zu wechseln, b) selbst die 10-jährige deutsche Staatsanleihe derzeit nur 1,1 % pro Jahr bietet. Demzufolge muss alles, was mehr bietet, mit einem höheren Risiko verbunden sein. Denken Sie immer daran: Seit der Finanzkrise wissen wir alle, dass auch die größte Bank nicht sicher sein muss, insbesondere wenn sie ausländischem Recht unterliegt!
  • Sicherheit ist auch bei der Einlagensicherung ein relativer Begriff. Unstrittig ist, dass die deutsche Einlagensicherung einzelne kleine Bankpleiten problemlos abfedern kann. Doch gilt dies auch für eine europa- oder weltweite Bankenkrise? Die Einlagensicherung reicht nicht mal für einen Bruchteil der Spareinlagen, wie schon 2008 bekannt wurde (vgl. Artikel aus der "Welt": Sichere Spareinlagen sind nur ein Mythos)! Was viele Anleger auch nicht wissen: Auf eine Auszahlung aus dem Einlagensicherungsfonds der Banken gibt es keinen Rechtsanspruch, was auch deutsche Gerichte inzwischen mehrfach bestätigt haben. Genug Gründe also, an der "Sicherheit" von Spareinlagen zu (ver-) zweifeln. 
  • Und last but not least: Die sogenannte "Merkel-Garantie" für die Sicherheit deutscher Spareinlagen gibt es nicht! Zum Höhepunkt der Finanzkrise haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück damals vor laufender Kamera den Sparern versprochen, dass deutsche Spareinlagen sicher sind. Aber dies ist eine reine Absichtserklärung - kein Gesetz, kein juristisch durchsetzbares Recht wie auch das Finanzministerium seitdem bestätigt!!! Wie soll das auch gehen bei rund zwei Billionen Euro deutscher Spareinlagen und einer dagegenstehenden Steuereinnahme von knapp 600 Milliarden Euro im Jahr? Soll die Regierung vier Jahre auf alle Einnahmen verzichten? 

Fazit: 

Umfragen zeigen immer wieder, dass sich deutsche Anleger dem garantierten Vermögensverlust bei Sparbuch und Tagesgeld sogar mehr oder weniger bewusst sind. Sie gehen das Risiko trotzdem ein, weil sie glauben, dass ihr Geld dort wenigstens "sicher" ist. Aber das ist nichts anderes als Selbstbetrug!

Wenn Sie diese gesamte Rubrik sorgsam gelesen haben, dann werden Sie sich nicht mehr vormachen, dass Ihr Geld "sicher" ist, angesichts von hohen Verlusten aus Steuern und Inflation (siehe Tabelle oben), potentiellem Staatszugriff (siehe Vorkommnisse in Zypern und "Enteignung voraus!"), Bankenunsicherheit und nicht gelöster Finanzkrise.

Selbst wenn "alles nicht so schlimm kommt", bleiben auf Jahre niedrige Zinsen, Steuern und Inflation. Ihr Vermögen, dass über dem besagten "Notgroschen" weiterhin auf Sparbuch/Tages- und Festgeldkonten verbleibt, generiert so echte Verluste zwischen einem Fünftel und mehr als einem Drittel (Tabelle oben). Sie müssen Ihr Geld als Alternative deshalb noch lange nicht komplett am Aktienmarkt investieren, aber eine vernünftigere Finanzplanung sollte allemal möglich sein.